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Projekt / Atelier artig / Frauenberatungszentrum Köln e.V

www.frauenberatungszentrum-koeln.de

Konzept der Krisenintervention bei Trennung mit Erfahrungen psychischer und physischer Gewalt

Durch eine enge Kooperation des Frauenberatungszentrums mit dem Atelier artig wurde ein gemeinsames Konzept entwickelt, Mutter und Kind in einer durch Gewalt geschädigten Trennungsphase fachkompetent zu unterstützen und therapeutisch zu begleiten.
Die Arbeit der beiden Institutionen richtet sich an Mütter und deren Kinder, die als Opfer häuslicher Gewalt Hilfe suchen.

Ziel der Zusammenarbeit ist es eine ganzheitliche Arbeit am System Familie zu gewährleisten. Denn innerfamiliäre Probleme und Belastungen müssen von Mutter und Kind thematisiert und aufgearbeitet werden können.

Das Frauenberatungszentrum bietet beratende und die Situation entlastende Einzelgespräche mit der betroffenen Mutter an. Dabei wird der Mutter Raum gegeben, sich ihrer Situation bewusst zu werden. Durch Informationen über Handlungs- und Hilfsmöglichkeiten sollen die Frauen unterstützt werden, den Gewaltkreislauf zu durchbrechen um den Weg aus der gewalttätigen Beziehung zu finden. Das Angebot versteht sich als Krisenintervention und ist über einen ersten Zeitraum von 3 Monaten angelegt.

Das Atelier artig ist ein paralleles Hilfsangebot für die betroffenen Kinder. Das Miterleben der häuslichen Gewalt stellt für Kinder eine existentielle Gefährdung dar, was langfristige psychische Folgen mit sich zieht.
In Form einer Krisenintervention/Kurzzeittherapie wird ein erster Verarbeitungsprozess eingeleitet, der die aus der Trennungssituation
der Eltern resultierenden belastenden Erfahrungen des Kindes integriert.

Die therapeutische Arbeit mit dem Kind kann jedoch wenig bewirken, wenn sich im aktuellen makro- und mikrosozialen Umfeld des Kindes nichts verändert oder ergänzend bewegt. Das leistet die umfassende Arbeit des Frauenberatungszentrums mit den Müttern.

In Teams von FBZ und artig findet ein intensiver Austausch der fallbezogenen Arbeit statt, gemeinsame Ziele werden für Mutter und Kind definiert und koordiniert. Unter Fokussierung der Interaktion und der jeweiligen Beziehungsform wird eine ganzheitliche Arbeit am System Familie gewährleistet. Abschließend werden bei Bedarf weiterführende Maßnahmen angeboten.

Kurzdarstellung: Frauenberatungszentrum Köln e.V.

Das Frauenberatungszentrum Köln e.V. ist Anlaufstelle für Frauen in Krisen- und Problemsituationen. Den Kernbereich der Arbeit bildet die Beratung von Frauen in Trennungssituationen und bei häuslicher Gewalt. Ein Drittel der Frauen, die die Beratungsstelle aufsuchen, haben Gewalt erfahren.

Die Beratungsstelle ist Bestandteil des Kölner Netzwerkes zur Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes in Köln und hier zuständig für die südlichen Stadtteile. Krisenintervention, Beratung, Unterstützung und Begleitung von Frauen und Müttern in Gewaltbeziehungen ist unser Arbeitsauftrag.

Das Beratungsangebot der Beratungsstelle ist breit gefächert: Es reicht von einer Krisenintervention, einem einmaligen Beratungsangebot, über eine Beratungsreihe (5 – 10 Beratungsgespräche) bis hin zu Gruppenangeboten.

Innerhalb der täglichen Öffnungszeiten kann eine Frau ohne Voranmeldung, eine kurze telefonische oder persönliche Beratung erhalten. (Krisenintervention) oder auch eine Notfallberatung nach dem Gewaltschutzgesetz. Bei Bedarf wird ein Hausbesuch oder ein fester Gesprächstermin vereinbart. Wenn erforderlich und gewünscht, werden die Frauen auch über einen längeren Zeitraum unterstützt und begleitet.

Neben der individuellen Einzelberatung wird auch eine Gruppe für Frauen angeboten, die Opfer häuslicher Gewalt sind oder waren. In dieser Gruppe können Frauen lernen, die Schranken der Scham- und Schuldgefühle zu durchbrechen, indem sie über ihre Erfahrungen reden, lernen sich besser zu schützen und Informationen über Handlungs- und Hilfsmöglichkeiten erhalten. Der Austausch mit anderen Frauen lässt die Frauen Mut schöpfen, den Gewaltkreislauf zu unterbrechen, bzw. den Weg aus einer gewalttätigen Beziehung zu finden.

Das Angebot der Beratungsstelle wird durch ein Programm abgerundet, in dem Frauen unterstützende Gruppen (Selbstbehauptungs-, Entspannungstraining) besuchen können. In Fachvorträgen geben Rechtsanwältinnen und andere Referentinnen Informationen zu interessierenden Fragestellungen.

Kurzdarstellung: Atelier artig

artig ist ein heilpädagogisch–kunsttherapeutisches Angebot für Kinder im Alter von 4 bis 14 Jahren.

Künstlerische und gestalterische Mittel sind ein ideales Medium in der Therapie mit Kindern. Im künstlerischen Prozess finden innerpsychische Zustände Ausdrucksweisen, welche verbal noch schwer formulierbar sind. Der im Atelier erlebte Therapieprozess eröffnet Kindern die Möglichkeit, Probleme im Moment des Wahrnehmens anzugehen und unmittelbar auf diese reagieren zu können.

Im Zentrum der therapeutischen Arbeit steht der Zusammenhang Wahrnehmen – Erleben – Handeln. Dies erfordert von den Kindern immer neue Auseinandersetzungsprozesse mit ihrem eigenen Tun. Sie lernen sich und ihre Fähigkeiten kennen und gewinnen einen Handlungsspielraum sich auszuprobieren.

Durch Versuch und Irrtum lernen sie ihre Grenzen zu erkennen und entwickeln eine verbesserte Frustrationstoleranz. Die Kinder erproben neue Zugangsweisen und gewinnen eine Handlungsbasis mit erweiterten Perspektiven. Interventionen seitens der Kunsttherapeuten orientieren sich dabei an dem aktuellen persönlichen Entwicklungsstand und Konflikt des Kindes. Ein Eingreifen kann dementsprechend persönlichkeitsstabilisierend, konfliktlösend oder auch die soziale und kommunikative Kompetenz erweiternd sein.

Die hier praktizierte Methode hat sowohl präventiven als auch rehabilitativen Charakter. Die spielerische, materialerprobende, sensomotorische Aktivität des künstlerischen Arbeitens ermöglicht neben den Leitsymptomen des Kindes auch die Komorbiditäten mit einzubeziehen. Die erzielten Erfolge spiegeln sich als Transferleistungen in den einzelnen Bereichen des Lebens und Verhaltens in der Familie und im Alltag des Kindes wieder.

Das Atelier ist ein für die Kinder und ihre Phantasien geschützter Raum, in dem die Kunsttherapie in Kleingruppen von maximal vier Kindern mit einem Team von zwei Kunsttherapeuten statt findet. Diese Arbeitsform gewährleistet durch gezielte Interventionen auf jedes einzelne Kind reagieren zu können ohne gruppendynamische Prozesse zu gefährden, welche in der therapeutischen Arbeit mit Kindern sehr wertvoll sind.

Finanzielle Unterstützung des Kooperationsprojektes für gewaltgeschädigte Kinder und deren Mütter durch den Unterstützungsverein von M. Dumont Schauberg e.V./ wir helfen (www.wirhelfen-koeln.de)

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